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Zu wenig kulturelle Bildung - Trotz vieler Appelle: Ästhetische Bildung wird klein geschrieben

Deutschland, 26.01.2009 12:14 Uhr

Hannover. "Pisa hat eindeutig ergeben, dass die ästhe­ti­sche Bildung, der Umgang mit Musik und Lite­ratur die Voraus­set­zung ist, um auch für andere Gebiete und Fächer einen Raum des Lust­ler­nens zu eröff­nen", so der Präsi­dent des Deut­schen Bühnen­ver­eins, Klaus Zehe­lein, anläss­lich der 25. Baye­ri­schen Thea­ter­tage in Fürth. Schließ­lich ist es kein Geheimnis, dass künst­le­ri­sche Fächer einen unver­zicht­baren Beitrag zur Stär­kung der Gesamt­per­sön­lich­keit leisten. Das haben Initia­tiven wie das Tanz­pro­jekt Rythm is it der Berliner Phil­har­mo­niker mit ihrem Chef­di­ri­genten Sir Simon Rattle und dem Choreo­grafen Royston Maldoom oder die Bildungs­i­ni­tia­tive Kinder zum Olymp der Kultur­stif­tung der Länder bewiesen. Im regu­lären Schul­be­trieb aber fristen Fächer wie Kunst, Musik oder Darstel­lendes Spiel eher ein Schat­ten­da­sein.

Nach Untersuchungen verschiedener Landesverbände des Verbandes Deutscher Schulmusiker fallen in deutschen Grundschulen bis zu 80 Prozent des Musikunterrichts aus oder werden fachfremd unterrichtet. In etlichen Klassenstufen müssen Schüler zwischen Kunst- und Musikunter­richt entscheiden und - wie Kritiker formulieren - "zwischen einem Jahr Taubheit und einem Jahr Blindheit" wählen.

Laut Kultusminister­konferenz erhielt nur noch rund ein Viertel der Schüler aus den Jahr­gangsstufen 12 und 13, die im Schuljahr 2005/06 die gymnasiale Ober­stufe besuchten, Unterricht in Musik. Und nur gut zwei Prozent der Schüler hatten sich für Musik als Leistungskurs entschieden. Diese Zahlen stehen im eklatanten Widerspruch zu dem Stellenwert, der den musischen und künstlerischen Fächern in offiziellen Beschlüssen, Stellungnahmen oder Handlungsempfehlungen zugemessen wird.

"Die Kultusministerkonferenz betrachtet die kulturelle Bildung als einen unverzichtbaren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Die Kultusministerkonferenz schlägt deshalb eine gemein­same Agenda aller an der kulturellen Kinder- und Jugendbildung beteilig­ten gesellschaftlichen Kräfte vor, um trotz knapper öffentlicher Mittel die kulturelle Kompetenz der Jugend zu fördern", verkündete die KMK in ihren Empfehlungen zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung im Februar 2007. Darin wird den Schulen unter anderem empfohlen, ihr Unterrichtsangebot durch die Zusammenarbeit mit Akteuren und Räumen der kulturellen Kreativität außerhalb von Schule zu ergänzen.

Eine Empfehlung oder gar Verpflichtung der Kultusminister über Umfang und Qualität des regulären Musik- oder Kunst-Unterrichts sucht man in diesem Papier allerdings vergebens.Wenige Monate später, im Dezember 2007, kritisierte denn auch die Enquete Kommission "Kultur in Deutschland" des Deutschen Bundestags in ihrem mehr als 500 Seiten umfassenden Abschlussbericht, dass füh­rende Akteure aus allen Gesellschaftsbereichen nicht zögerten, sich immer wieder zu der Bedeutung der kulturellen Bildung für den Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt zu bekennen, konkrete Folgen für die Praxis der kulturellen Bildung hingegen immer noch zu häufig ausblieben. Und schließlich noch konkreter: "Von Ausnahmen abgesehen scheint es so, dass der Alltag der meisten Schulen und vieler Kultur­institutionen noch nicht durch eine verbreitete Praxis kultureller Bildung bestimmt ist."

Nur die allgemeinbildende Schule kann allen Kindern den Zugang zu kultureller Bildung eröffnen, weil nur sie alle Kinder - unabhängig von sozialer Herkunft und Schulart - erreicht. Eine Form der allgemein­bildenden Schulen ist dabei auf gutem Wege: die Ganztagsschule. Hier nehmen Kunst, Musik und Darstellendes Spiel einen größeren Platz im Schulleben ein - weil mehr Schulzeit vorhanden ist, die ausgefüllt werden muss. So wurden an den meisten Ganztagsschulen Koopera­tionsvereinbarungen mit Trägern der kulturellen Bildung geschlossen. Doch Ganztagsschulprojekte allein reichen nicht aus. Schließlich, so warnte jetzt erst wieder der Deutsche Kulturrat eindringlich, ist die künstlerischkulturelle Bildung in der Schule noch immer in einer gefähr­deten und randständigen Position. "Kulturelle Bildung darf nicht auf ein Krüppelfach reduziert werden. In einer nach wie vor fächerbasierten Schule müssen alle grundlegenden künstlerischen Disziplinen angeboten werden", forderte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann. "Zusätzliche fächerübergreifende künstlerische Projekte bereichern den Schulalltag, können die künstlerischen Schulfächer aber nicht ersetzen."

Dazu auf der didacta:

Auf der didacta 2009 in Hannover wird das Thema kulturelle Bildung groß geschrieben. Über Musik in Kindergarten und Schule informieren mehr als 100 Veranstaltungen. Und auf der Live-Bühne Kinderkultur (Pavillon P37, Nord/LBforum, Saal 111) stellen bekannte Künstler und Pädagogen aus den Bereichen Musik, Spiel, Tanz, Theater und Bewegung aus ganz Deutschland täglich von 10 bis 17 Uhr ihre Stücke und päda­gogischen Spielideen vor.

 

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