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Digitalisierung erfordert Weiterbildung weltweit

Dokument: Deutschland, 18.02.2015 17:05 Uhr (skr)

Kontinuierliche Weiterbildung ist heute wichtiger als je zuvor. Die Digitalisierung trägt maßgeblich dazu bei, dass die Ansprüche in der Arbeitswelt zunehmen und sich jeder Einzelne verstärkt mit seinen individuellen Kompetenzen auseinandersetzen muss.

Um von Unternehmen dauerhaft als kompetenter und engagierter Arbeitnehmer wahrgenommen zu werden, sind berufsaufbauende Kurse unverzichtbar. Doch nicht nur die Nachfrage nach Weiterbildung steigt. Weltweit stellen sich Unternehmen intern auf den Wandel ein, um die Belegschaft intensiv vorzubereiten und dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben.

Wer keinen anerkannten Bildungsabschluss vorlegen kann, ist heutzutage fast schon hoffnungslos verloren auf dem Arbeitsmarkt. In vielen Ländern spielt es dann auch keine Rolle, ob beste mathematische Leistungen vollbracht werden können oder ein umfangreiches Allgemeinwissen vorliegt. Bildungsabschlüsse gelten als Grundlage und werden vielerorts generell verlangt. Und selbst für Menschen mit gutem Abschluss und erfolgreicher Ausbildung hört der Lernprozess nicht auf. Geht es darum die Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb eines Betriebs oder die Chancen einen passenden Job zu finden zu erhöhen, ist Weiterbildung in jedem Alter erforderlich. In dieser Hinsicht ähneln sich die Voraussetzungen länderübergreifend. Während das Weiterbildungsverhalten innerhalb Deutschlands zeigt, dass eine zunehmende Anzahl älterer Arbeitnehmer und Arbeitssuchender vermehrt an entsprechenden Maßnahmen teilnimmt, erfreuen sich beispielsweise in Österreich Fernlehrgänge, wie sie unter anderem das Humboldt Fernlehr-Institut anbietet, wachsender Beliebtheit. Insgesamt ist festzustellen, dass die Teilnehmerzahlen bei Kurzveranstaltungen steigen. Denn aufgrund der erhöhten Ansprüche im Arbeitsleben lassen sich dauerhafte Studiengänge nicht immer mit dem Alltag vereinen.

Dieser Trend zeichnet sich weltweit ab. Zahlreiche Unternehmen in Großbritannien schicken ihre Arbeitgeber auf Programmierschulen. Die Schule Decoded zum Beispiel hat ihr Angebot an die Nachfrage angepasst und kompakte Lehrgänge wie „Code in a Day“ oder „Data in a Day“ konzipiert. Zur Kundschaft gehören Unternehmen wie Google und die Lloyds-Bankengruppe. Während der Schulungen lernen Teilnehmer die Grundlagen von HTML, CSS oder JavaScript. Bei derartigen Coding- oder Daten-Seminaren sollen keine neuen Programmierer erschaffen werden. Vielmehr geht es darum, dass Teilnehmer ein Grundverständnis für die Hintergründe von Webseiten und Apps erlangen. Dieses Verständnis ist in den Augen vieler Unternehmer und Experten unverzichtbar, um kein Opfer der globalen Digitalisierung zu werden, die unaufhörlich fortschreitet. Wie wichtig die Fortbildung in diesem Sektor ist, beweisen Berechnungen, die die London School of Economics and Political Science, kurz LSE, für Europa aufgestellt hat. Demnach ist fast jede zweite Stelle aufgrund von Digitalisierung und Automatisierung bedroht. In der Grafik wird dargestellt wie hoch der Anteil an gefährdeten Jobs pro Land ist. Allein in Deutschland sind es bereits 51,1 Prozent.

Fast jede zweite Stelle wird durch Digitalisierung und Automatisierung gefährdet.
Fast jede zweite Stelle wird durch Digitalisierung und Automatisierung gefährdet.
Sowohl Unternehmer und Selbstständige als auch Arbeitnehmer müssen sich den neuen Anforderungen stellen und das individuelle Wissen über Apps, Codes, Computer und Software schnellstmöglich ausbauen. Längst betreffen diese Themen nicht mehr nur Mitarbeiter von weltweit agierenden Konzernen wie SAP oder Google, sondern eine Vielzahl an Branchen, die derartige Kompetenzen bis vor wenigen Jahren noch nicht erforderten. Zwar gibt es weiterhin Berufe, dessen Bedrohung durch den technischen Fortschritt begrenzt ist, aber lange dürfte es nicht mehr dauern, bis die letzte Nische sich anpassen muss.

Die Zukunft der Arbeitswelt hat auch Federico Pistono in der folgenden Reportage durchleuchtet. Pistono zählt zu den führenden Zukunftsdenkern und gefragtesten Redner der Branche. Der junge Italiener spricht auf diversen TED-Konferenzen und gilt als renommierter Vordenker, wenn es um moderne Arbeitswelten geht.

Wettbewerbsvorteile sichern

Wer sich zusätzliche Fähigkeiten aneignet, profitiert von einem markanten Wettbewerbsvorteil. Das gilt für die standardisierten Bewerbungsverfahren gleichermaßen wie für die Kundenakquise. Egal ob USA, Asien oder Europa – Grundwissen im Programmieren ist sinnvoll und vielerorts erforderlich. Und die Erfolge und positive Resonanz der Teilnehmer von angebotenen Kursen zeigen, dass Programmieren durchaus begeistern kann. Ziel sollte es sein nicht zum Programmierer avancieren zu wollen, sondern die Hintergründe der modernen digitalen Welt bestehend aus Millionen von Webseiten, Computerprogrammen und Applikationen zu verstehen. Algorithmen und Datenverarbeitung sind zwei wesentliche Bestandteile, die in Unternehmen vermehrt eine wesentliche Rolle spielen werden.

Deutschland muss aufholen

Auch Wissenschaftler und Branchenkenner sagen voraus, dass Algorithmen die Zukunft bestimmen. Grundlage künftiger Jobs werden stets Algorithmen sein. Darin sind sich alle einig. Im Vergleich zu anderen Ländern muss Deutschland einiges aufholen. Wie bei fast allen neuen Entwicklungen tut sich Deutschland schwerer sich dessen anzunehmen und schnellstmöglich zu reagieren. Der deutsche Bildungsföderalismus bremst das Vorankommen und verhindert ein Anknüpfen an die Grundlagen, die an Schulen in Großbritannien längst selbstverständlich sind. Bis Programmieren an deutschen Schulen zum Pflichtfach wird, kann es noch dauern. Und das obwohl IT eine erhebliche Wachstumsbranche darstellt. Informatik interessierte Schüler haben keine Wahl und müssen private Kurse besuchen. Doch angesichts des Vorteils auf dem Arbeitsmarkt sollten Eltern bestrebt sein ihrem Nachwuchs die notwendige Förderung zu ermöglichen.

 
 
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