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Designstudium: die Mappe ist das A und O

Deutschland, 16.07.2010 12:10 Uhr (skr)

Biedere Bleistiftskizzen, ausgefallene Aquarelle oder doch lieber zackige Zeichnungen? Wer in Deutschland Design studieren möchte, muss eine Mappe vorweisen. Sie sollte möglichst originell gestaltet sein, auffallen und etwas über die Persönlichkeit des Bewerbers verraten. Eine schwierige Aufgabe, an der so manche im ersten Anlauf scheitern. Viele auch im zweiten oder dritten. Warum ist es so schwierig, einen Platz im Studienfach Design zu ergattern?

Designstudium ist in Deutschland gefragt
In der Bundesrepublik Deutschland sind gestalterische Studiengänge sehr beliebt. Eigene Designermöbel zu entwerfen oder Computerspiele zu designen – davon träumen heutzutage offenbar viele Abiturienten. Für das Fach Kommunikationsdesign werden zum Beispiel rund 1.300 Absolventen angenommen. Die Anzahl der Bewerbungen für dieses Fach überschreiten nicht selten das zehnfache der letztendlich angenommenen Studenten. Als ausschlaggebendes Kriterium gilt bei der Auswahl der Studierenden die Bewerbungsmappe. Mit ihr steht und fällt die Entscheidung.

Hoffnung auf einen Platz im Fach Gestaltung kann sich nur machen, wer die Jury mit einer ausgefallenen Mappe von seinen künstlerischen Qualitäten überzeugen kann. Zudem sollte die Bewerbungsmappe die Vielfalt des kreativen Schaffens widerspiegeln. So zeichnen die Bewerber oft alles, was ihnen vor die Nase kommt. Vom Stadtpanorama in Aquarell bis hin zu Öl-Kopien der Lieblingswerke alter Meister ist scheinbar alles dabei. Die Arbeit an der Bewerbungsmappe kann in einigen Fällen jahrelang dauern. Umso mehr Zeit investiert wird, desto größer ist die Enttäuschung, wenn der Ablehnungsbescheid ins Haus flattert.

Das eigene Können überschätzt
Der in die Mappe investierte Aufwand unterscheidet sich von Bewerber zu Bewerber. Viele setzen bei ihrer Mappengestaltung das um, was sie im Kunstunterricht gelernt haben. Doch das genügt meistens nicht, um an einer Kunstschule angenommen zu werden.

Die niedrige Annahmequote an den Hochschulen kommt nicht nur durch die Anzahl der bereitgestellten Studienplätze zustande, sondern ebenfalls dadurch, dass viele Bewerber nur mangelhaft geeignet sind für ein Designstudium. Viele Bewerber überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten und unterschätzen die Anforderungen eines Kunststudiums. „Gut zeichnen“ zu können reicht bei Weitem nicht aus.

Einige Experten empfehlen das Belegen eines Mappenkurses. Dort wird der Blick für Perspektiven geschult, anatomisches Zeichnen geübt und verschiedene gestalterische Techniken werden grundlegend erklärt.

Unter vielen Kunstschaffenden und -Lehrenden sind derartige Mappenkurse umstritten. In einem solchen Kurs würde den Teilnehmern nicht beigebracht werden, worauf es ankommt. Aber worauf es denn nun ankommt, wollen die Experten nicht explizit preisgeben. Mit Tipps halten sie sich bedeckt. Festgestellt werden kann jedoch, dass es keine allgemeingültigen Anforderungen gibt. Jede Hochschule hat ihre spezifischen Anforderungen. Wer in Köln mit seiner Mappe durchfällt, kann vielleicht mit den gleichen Werken Begeisterungsstürme bei den Münchner Juroren auslösen.

Jede Hochschule ist anders
Bevor mit der Arbeit an der Mappe begonnen wird, sollte man sich über die Universität und das Profil des Studiengangs genau informieren. Besonders empfehlenswert ist es, sich die Hochschule vorab persönlich anzuschauen. So gewinnt man einen wesentlich besseren Überblick, als über eine Broschüre oder das Internet.

Übung macht den Meister
Viele Wege können zu einer gelungenen Mappe führen. Am wichtigsten ist es wohl aber, immer in Übung zu bleiben und nicht gleich nach der ersten Ablehnung aufzugeben. Dann klappt es auch mit der Mappe!

 

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