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Die computergestützte Bewerbung

Deutschland, 15.07.2010 08:35 Uhr (skr)

Früher hat man sich Mappen, Umschläge und hochwertiges Druckerpapier gekauft, seine schönste Handschrift bemüht oder den Adressdruck mit dem Drucker geübt. Dann wurden Bewerbungen geschrieben, die Anlagen ausgedruckt und alles fein säuberlich eingetütet und zur Post gebracht. Heute setzt sich mehr und mehr die elektronische Bewerbung durch. Doch welche Vor- und Nachteile hat dieser Fortschritt eigentlich?

Fortschritt durch Technik?
Immer häufiger findet man nun Stellenanzeigen, die bei ihren Hinweisen zur Bewerbung den Zusatz: „Bewerbungen – gerne online – “ eingefügt haben. Manchmal wird sogar ausdrücklich nur um Online-Bewerbungen gebeten oder andere Wege ausgeschlossen. Noch vor ein paar Jahren war das eine Novität und viele nutzen die Möglichkeit nicht, weil sowohl bei Bewerbern als auch bei Personalern die schriftliche Bewerbung zum Anfassen noch als seriöser galt. Inzwischen hat sich das geändert und immer mehr Unternehmen und Arbeitgeber verlangen, dass man sich papierlos bewirbt.

Vor- und Nachteile
Verschafft man sich einen Überblick über die Vor- und Nachteile, liegt eigentlich auf der Hand, warum sich die Bewerbung über das Internet mehr und mehr durchsetzen konnte. Für beide Seiten bedeutet dieser Weg weniger Papierkrieg. Unterlagen und Zeugnisse müssen nicht jedes Mal neu ausgedruckt werden, sondern können als Datei in einem Ordner abgelegt und bei Bedarf in den Anhang einer E-Mail eingefügt werden. Das Anschreiben kann man auf das jeweilige Unternehmen zuschneiden und den Lebenslauf schnell und unkompliziert aktualisieren. Die abgeschickten Bewerbungen speichert man im PC nach Datum sortiert und hat so immer einen guten Überblick, wann man welche Bewerbung abgeschickt hat, ohne dass man das Datum des Einwurfs auf dem Wandplaner vermerken müsste.

Auch für den potentiellen Arbeitgeber bedeutet das elektronische Verfahren in erster Linie weniger Altpapier. Denn gerade große Unternehmen erhalten Mengen von Bewerbungen und mussten mit dem Auspacken, Sichten und Bearbeiten bisher viel Zeit aufwenden. Teilweise wurden abgelehnte Bewerbungen sogar wieder kuvertiert und an den Bewerber zurück geschickt. Der Aufwand ist im Vergleich dazu mit den Online-Bewerbungen verschwindend gering, so dass damit auch mal Zeit für unbeschwerte Einträge im Ferienplaner auf seiten der Personaler ist.

Auf der anderen Seite
Oft wird kritisiert, dass die Online-Bewerbung weniger persönlich wirkt. Man kann seine Dokumente nicht per Hand unterschreiben, der potentielle Arbeitgeber hält die Bewerbung nicht mehr „in den Händen“, die Unterlagen können zu schnell angeklickt, durchgescrollt und wieder weg geklickt werden. Außerdem zeigten Arbeitszeugnisse und Dokumente weniger seriöse Wirkung, wenn sie nur im Anhang gespeichert sind. Tatsächlich extrem unpersönlich sind elektronische Bewerbungen, wenn sich das Unternehmen eines sogenannten „Career Portals“ bedient. Dort muss der Bewerber seine Daten aus dem Lebenslauf einpflegen und ein Bewerberprofil erstellen.

Stationen des Lebens(laufs) werden so in Formen gepresst, die wenig Raum für Individualität lassen. Dank Programmierung ist eine Art „Rasterfahndung“ der Arbeitgeber möglich, die beispielsweise nur Bewerber herausfiltert, die bestimmte Kriterien erfüllen. Beispiel: „Bestnote seines Jahrgangs, unter 25 Jahre alt, Wirtschaftsstudium, spricht englisch, italienisch und französisch“. Ähnlich geeignete Bewerber würden so gar nicht erst auf dem Schreibtisch des Personalers auftauchen und bekämen keine Chance, ihren eigenen Eindruck zu vermitteln. Insgesamt überwiegen jedoch die Vorteile für beide Seiten, wichtig ist es aber, hier trotz aller Hilfe der neuen Möglichkeiten, menschliche Aspekte nicht aus den Augen zu verlieren.

 

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